Kiesgrube Schlier-Oberankenreute - Planungen des RVBO im größten zusammenhängenden Waldgebiet in Oberschwaben (Altdorfer Wald)

Übersicht:
Der Altdorfer Wald, das größte zusammenhängende Waldgebiet in Oberschwaben, ist einer der entscheidenden Faktoren für eine lebenswerte Heimat im Landkreis Ravensburg. Er liefert Sauerstoff zum Atmen, filtert hunderttausende von Tonnen an Staub und CO2, ist Helfer beim Klimaschutz, hat starken Einfluss auf  das regionale Klima, speichert Regenwasser in unvorstellbaren Mengen, liefert Trinkwasser von allerbester Qualität, ist Naherholungsgebiet, Abenteuerspielplatz und  ein wichtiger Faktor für die Forstwirtschaft vor Ort.
Durch die vorgestellten Planungen des RVBO sind nicht nur einzelne dieser Faktoren gefährdet sondern der Altdorfer Wald in seiner gesamten Funktion für die Region. Es ist erstaunlich und besorgniserregend wie Interessensverbände und Kieslobbyisten mit einem über 10000 Jahre alten Naturjuwel umgehen und den systematischen Raubbau vorantreiben. Es ist an der Zeit diesen Vorgang zu stoppen und unserer Nachwelt dieses lebenspendende Naturgut zu erhalten.

Planung:
Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben hat in der "Fortschreibung des Regionalplan" dieses markierte Gebiet als weiteres Kiesabbaugebiet auserkoren.
Die derzeit an diesem Ort schon bestehenden Kiesgruben haben bereits eine Fläche von rund 27 ha und grenzen unmittelbar an das Naturschutzgebiet Lochmoos. Wesentlicher Schutzzweck ist laut Schutzgebietsverordnung „die Erhaltung und nach Möglichkeit Verbesserung der ökologischen Wertigkeit der Niedermoorlandschaft des Lochmooses als wertvolles Element der herkömmlichen Kulturlandschaft, Lebensraum und Rückzugsgebiet für eine artenreiche und teilweise hochgradig gefährdete Tier‑ und Pflanzenwelt, Quellgebiet und Wasserspeicher für das kulturhistorisch bedeutsame Gewässersystem des »Stillen Baches« und wichtiger Bestandteil im Lebensraumverbund oberschwäbischer Feuchtgebiete.

Auswirkung:
Auf einer geplanten Fläche von 26ha (Erweiterung und Sicherungsgebiet) müssen dafür rund 25000 Bäume abgeholzt werden und eine mögliche Wasserspeicherung von bis zu 75 Millionen Liter gehen verloren.
Laut einer Studie der Landesregierung Vorarlberg gehen bis zu einem Drittel des abgebauten Kies im Landkreis Ravensburg in den Export nach Österreich und in die Schweiz, Tendenz stark steigend, wo der Kiesabbau durch massive Schutzverordnungen zum Schutz des Grund- und Trinkwassers wesentlich teurer ist und größtenteils verboten wird.
Der Kiestransport wird größtenteils auf Kreis- und Landstraßen durchgeführt, die für diese Belastung in keinster Weise ausgelegt sind. Ortsdurchfahrten gefährden hier massiv die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung. 

Aktionen und derzeitiger Stand

Der Verein "Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald" macht die Bevölkerung in Oberschwaben auf dieses Thema durch Film- und Infoabende, Flugblätter, Anzeigen in den Printmedien sowie auf seiner Homepage aufmerksam.In einer Onlinepetition wird die Ausweisung des "Altdorfer Wald" zu einem Landschaftsschutzgebiet gefordert. Mehrere tausend Unterschriften sind mittlerweile vorhanden. Hier der Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/hilf-mit-den-altdorfer-wald-zu-schuetzen

Die SPD-Fraktion im Kreistag des Landkreises Ravensburg hat einen offiziellen Antrag zur Ausweisung des "Altdorfer Wald" als Landschaftschutzgebiet gestellt. Bisher haben die Gemeinden Baienfurt, Baindt und Bergatreute sich diesem Antrag, nach jeweiliger Abstimmung in den Gemeinderatssitzungen, angeschlossen. Andere Gemeinden, speziell angrenzend an den Altdorfer Wald, üben sich in kommunalpolitischen Anfragen, Winkelzügen und Verzögerungen von Abstimmungen um ja nicht eindeutig Stellung beziehen zu müssen.

Der Landrat nimmt keinerlei Position ein und möchte erst einmal die Bevölkerung mit einbinden. Knapp 8000 Unterschriften Ende April 2020 sprechen hier jedoch mehr als eine deutliche Sprache, dass sich die Bevölkerung bereits selbst eingebunden hat

Die Fraktionsvorsitzenden der beiden größten Fraktionen sehen den Antragszeitpunkt für diese Maßnahme als ungünstig bzw. stellten die weitere Möglichkeit eines Kiesabbaus auch in einem Landschaftsschutzgebiet in den Vordergrund. Keine der Fraktionen (außer der SPD) sprachen sich bisher für den Schutz von Natur, Flora und Fauna sowie den speziellen Schutz von Trinkwasser im Altdorfer Wald aus.
Die ansässige Industrie- und Handelskammer sieht den Kiesexport nach Österreich und und in die Schweiz wie auch die ansässigen Kiesunternehmer nur als einen kleinen Bruchteil der im Kreis Ravensburg geforderten Kiesmenge an.

Noch weiter geht derzeit der RVBO als planende Institution. Vehement wird darauf hingewiesen, dass es keine offizielle Exportzahlen gibt und auch sonst keinerlei Zahlen zu diesem Thema vorhanden sind. Die Ausführungen der Vorarlberger Landesregierung, bestätigt durch die Zollbehörden, sowie veröffentlichte Zahlen des Landeshauptmann von Vorarlberg werden selbst bei öffentlichen Veranstaltungen als "einfach nicht vorhanden" deklariert. 
Es erscheint daher auch nicht verwunderlich, dass sämtliche Planungen mit den eigenen Leitsätzen zur Nachhaltigkeit im Widerspruch stehen.
Auswirkungen der Planungen des Regionalverbad-Bodensee-Oberschwaben sind in diesem Video ersichtlich: https://www.youtube.com/watch?v=Mmp8FEuKCsc

Informationen
Weitere Informationen auf der Vereinshomepage: www.altdorferwald.org
Fragen rund um den Kiesabbau im Altdorfer Wald werden mittels kleinen Infovideos erläutert unter: https://www.youtube.com/channel/UCJnhkewZqqKPB2x3Zu973Xg

Waldschadenskategorie
Konflikt-Wald
Schutzgebietstyp
kein Schutzgebiet
Festgestellt am
Do., 01.11.2018
Koordinaten
47.790525989568, 9.7180953177506,
Bürgerinitiative aktiv
Ja