FFH Reliktwald Lampertheim West Abt.509 gef.Altbuche mit Großhöhle und neue Kiefernplantagen

Am 27.1.2020 war ich mit einem Biologen/Käferexperten/Naturschutzgutachter im westlichen FFH Reliktwald Lampertheim unterwegs.
Im "FSC zertifizierten" Staatswald Lampertheim. Dort sahen wir in Abt.509 / 515 erfolgte FFH Bucheneinschläge von wertvollen Biotopbäumen.

Der Käferexperte hat in gefällter Großhöhlen-FFH Altbuche im Kronenbereich eindeutig die Löcher des Berliner Prachtkäfers (Dicerca berolinensis) identifiziert und dessen "besonderen Schutz nach Bundesartenschutzverordnung" betont.
Ebenso waren dessen markante Löcher in dünner, völlig unnötig gefällter Buche nebenan zu sehen. Alles zu Brennholz!
Seine Brutbäume und Lebensstätten dürfen nicht zerstört werden.

Trotz Klimawandel und der letzten heißen, trockenen Jahre wurden/werden vom Forstamt Lampertheim zu viele Biotop-Altbuchen zwecks Holzvermarktung eingeschlagen.
Das kontinuierliche Aufreißen der Kronendecke durch Holzeinschlag verursacht gravierende Folgeschäden der dadurch freigestellten benachbarten FFH Buchen. Hessen-Forst Lampertheim verschlechtert durch seine Übernutzung samt negativem Waldumbau den FFH Reliktwald Lampertheim.
Auch die dort neu angelegten großen Kiefernplantagen (mit "Alibi"-Beimischungen) sind schädlich für das FFH Reliktwaldbiotop, sorgen für Bodenverschlechterung und Vergrasung. Sind völlig entgegen FFH Richtlinien und GDE (Grunddatenerfassung) Erhaltungsziele von 2004.

Hessen-Forst Fällungen von Brut-und Höhlenbäumen streng geschützter Arten haben im FFH Reliktwald Lampertheim lange Tradition. Das ist auch den Naturschutzbehörden seit Jahren bekannt.
Es ist völlig inakzeptabel, dass erneut in einem bekannten Hotspotbereich des FFH Schutzgebiets die wertvollsten Biotop-und Höhlenbäume rücksichtslos gefällt wurden.

Da es sich auch diesmal wieder um Biotop-und Höhlenbäume von streng geschützten Arten handelt, wäre das ein Verstoß gegen das BNatSchG.
Anzeige bei UNB (Unterer Naturschutzbehörde) wurde erstattet.
Antwort steht noch aus.

Die Großhöhlen-Altbuche war auch für alle Fledermausarten ein äußerst wertvoller Habitatbaum, der Beste dort im Umkreis.
Alle Fledermausarten sind geschützt und relevant.
Ganz streng geschützt ist die im FFH Reliktwaldgebiet nachgewiesene, FFH Anhang II gelistete Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii).

Das Forstamt Lampertheim fällt bereits seit vielen Jahren viel zu viele Höhlenbäume und schädigt zusätzlich das westliche FFH Gebiet durch "Waldumbau" mit Kiefern etc.

Der Berliner Prachtkäfer (Dicerca berolinensis) ist wie die anderen im FFH Reliktwald Lampertheim nachgewiesenen Urwaldreliktarten vom Aussterben bedroht. Er steht entsprechend unter "besonderem Schutz" und stellt eine Schirmart dar. Denn mit dem Schutz der Biotope, in denen der Käfer vorkommt, werden gleichzeitig weitere seltene Tierarten geschützt.
Kiefernplantagen und Biotopbaumabholzungen sind zum Schutz kontraproduktiv.
Dass im Reliktwald Lampertheim viele hochseltene RL1 Urwaldreliktarten nachgewiesen sind, sollte auch den Naturschutzbehörden bekannt sein.

Warum wird das FFH Gebiet Reliktwald Lampertheim nicht endlich vor schädlichen Forstamtseingriffen geschützt?

Hier im FFH Gebiet sollten keine schädlichen Waldumbauten mit Kiefern etc. sowie Fällungen von Lebensstätten des Dicerca berolinensis und Zerstörung seines Biotops erfolgen. Diese Urwaldkäfer haben sehr spezifische Ansprüchen bezüglich urwaldähnlichen Habitatstrukturen, die nur noch sehr selten vorzufinden sind. Warum hat sogar in diesem Lampertheimer Wald Refugium das Forstwirtschaftsinteresse oberste Priorität?

Urwaldreliktarten kommen in Mitteleuropa nur noch reliktär vor, haben eine starke Bindung an Habitattradition, hohe Ansprüche an Totholzqualität und -quantität und sind aus den kultivierten Wäldern Mitteleuropas verschwinded oder bereits verschwunden.

Damit stehen sie repräsentativ für besonders schützenswerte Waldbestände.
Sorgen die Naturschutzbehörden denn endlich bald für ausreichenden FFH Gebietsschutz?
Oder hat "Brennholzvermarktung" von naturschutzfachlich wertvollsten FFH Buchen weiterhin Top- Priorität bei Hessen-Forst?
 

www.natur-um-huettenfeld.de

 

 

Waldschadenskategorie
Konflikt-Wald
Schutzgebietstyp
FFH-Schutzgebiet
Festgestellt am
Mo., 27.01.2020
Koordinaten
49.590979750998, 8.5349943640904,
Bürgerinitiative aktiv
Nein
FFH Reliktwald Lampertheim West Abt.509 gef.Altbuche mit Großhöhle und neue Kiefernplantagen

Am 27.1.2020 war ich mit einem Biologen/Käferexperten/Naturschutzgutachter im westlichen FFH Reliktwald Lampertheim unte

49.590979750998, 8.5349943640904