Lindenfels Kappwald - Weg am Kapp Unterlauf

Ort: Lindenfels
Waldgebiet: Kappwald Weg am Kapp Unterlauf
Webseite: https://www.fff-odenwald.de/waldreport-de/
Abschnitt: Kappwald

Diese Bilder entstanden am 05.05.2020. Der betroffene Wegabschnitt beläuft sich auf ca. 150 m. Einige Bilder sind vom oberen Wegbereich. Die Sicht war begrenzt (Frühling), so dass uns wahrscheinlich zahlreiche Bäume mit Fällmarkierungen entgangen sind.

Während weiterhin unsere Laubbäume in Lindenfels das Zeitliche segnen, siehe Bilder, war am 29.04.2020 folgender Artikel im Bergsträßer Anzeiger zu lesen:
https://www.morgenweb.de/bergstraesser-anzeiger_artikel,-lindenfels-die…

Der Forstamtsleiter aus Lampertheim beginnt mit Klageliedern über das Fichtensterben und Corona-Krise und die sehr heißen Sommer 2018/2019 und überhaupt, sprich "Welten werden unter gehen, Zivilisationen werden fallen".

Danach folgende relevanten Aussagen in Kürze:

  1. Die Strategie für die heimischen Reviere lautete daher, sich auf den Einschlag befallener Flächen zu beschränken.
  2. Ganze Flächen von bis zu 100 Jahre alten Fichtenbeständen sind kahl geschlagen. Damit sollen gesunde Baumbestände vor Borkenkäferbefall geschützt werden.
  3. Im früher rauen und kühlen Klima auf den Gipfellagen des vorderen Odenwaldes konnte die Fichte gut gedeihen. Sie ist bei wenig Niederschlag und hohen Temperaturen besonders anfällig für den Käferbefall.
  4. Eines ist allen gemein: Die Arbeit mit dem Wald ist nachhaltig und geht über Generationen hinweg. Geerntet werden kann erst nach Jahrzehnten.
  5. Schon seit Jahren setzen die Forstleute auf Umbau. Sie ersetzen die Fichte durch Douglasie und Weißtanne, was die Nadelhölzer betrifft und werten den Bestand durch Qualitäts-Laubholz wie Bergahorn oder Kirsche auf.

Zu Punkt 1.
Man kann die Öffentlichkeit beliebig belügen. Schauen wir uns exemplarisch an, was allein in den letzen Monaten mit unseren Laubbäumen in Lindenfels geschah:
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/kahlschlag/lindenfels-schenke…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/konflikt-wald/lindenfels-das-…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/konflikt-wald/lindenfels-sche…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/konflikt-wald/lindenfels-sche…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/kahlschlag/lindenfels-schenke…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/kahlschlag/lindenfels-schenke…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/konflikt-wald/lindenfels-das-…

Zu Punkt 2.
Willst Du Wald vernichten, dann pflanze nichts als Fichten. Nicht heimische oder gar invasive Nadelbaumarten wie Douglasien, Schwarzkiefer, Küstentanne, Helmlocktanne, Libanon-Zeder usw. sind mit Sicherheit über kurz oder lang ebenfalls zum Scheitern verurteilt. Nur ein heimischer Nadelbaum ist ein guter Baum für unsere Wälder - die Weißtanne UND NUR DIE WEISSTANNE. Und nein, wir brauchen auch keine invasive Roteiche oder Ähnliches für sinnfreien WALDUMBAU in unseren Laubwäldern. Vielleicht sollte der Forstamtsleiter aus Lampertheim auch über seine gescheiterten Kiefernplantagen nach vorhergehenden, unzähligen Buchen-Kahlschlägen uns näher informieren. Einige Beispiele aus Lampertheim führen dies umfassend vor Augen und der Zustand der Waldwege spricht ebenfalls für sich:
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/kahlschlag/ffh-reliktwald-wes…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/kahlschlag/lampertheimer-staa…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/holzernte-schaeden/ffh-relikt…
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/wege-schaeden/krasse-waldwege…

Zu Punkt 3.
Wir haben in Lindenfels gesehen wie über Jahrzehnte der Wald mit der Fichte verpestet wurde - auch im Gemeindewald, und daß man den Nadelwaldanteil gemäß Waldnutzungsplan 2014-2024 auf 30% erhöhen wollte, was man dann erst am 28.09.2018 offenbarte:
https://www.morgenweb.de/bergstraesser-anzeiger_artikel,-lindenfels-an-…

Zitat: "In Lindenfels gibt es das Ziel, den Nadelholzanteil von derzeit 21 auf 30 Prozent zu erhöhen."

Zu Pukt 4.
Die Dokumentation über die Waldgebiete in Lindenfels:
https://www.fff-odenwald.de/waldreport-de/

Als nächstes erzählt Ihnen der Forstamtsleiter aus Lampertheim noch tatsächlich, dass er nach dem Lübecker Waldmodell arbeitet. Das ist unterirdisch.

Zu Punkt 5.
Wie man den Bestand mit Edellaub bei uns aufwertet, sehen Sie bspw. hier:
https://www.fff-odenwald.de/waldzust%C3%A4nde/sch%C3%B6ne-aussicht/
https://waldreport.de/waldschadensmeldung/konflikt-wald/lindenfels-das-…

Die Douglasie ist gemäß Bundesamt für Naturschutz eine invasive Baumart:
https://neobiota.bfn.de/handbuch/gefaesspflanzen.html
https://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/biodiversitaet/dateien/lwf-wissen-5…

Die Forstindustrie hat über unseren einzigen heimischen Nadelbaum in Deutschland - nämlich die Weißtanne - die ganze Zeit ums Verrecken nicht reden wollen. Das Hauptproblem der Weisstanne liegt darin, dass sie um ein mehrfaches stärker als die Fichte verbissen und verfegt wird und da ein sehr großer Teil insbesondere der höherrangigen Förster Trophäenjäger waren und sind, wurde der Weisstanne alle möglichen Probleme beim Anbau und bei der Naturverjüngung angedichtet.

Der Wildverbiss im großen Stil entsteht bekanntlich nur bei vorhergehender und großflächiger Abräumung mit Harvestern und Forwardern. Die Lösung hier bietet die selektive Forstwirtschaft (Einzelbaumentnahme) mit Rückepferden ergänzt um Vorrückeraupen, so dass die Wild-Verlockung minimal wird, zumal auch somit die Bodenverwilderung vermieden wird, das für das Wild ebenfalls unwiderstehlich ist. Und wenn zusätzlich Jäger zur Abwechslung sich von der Trophäenjagd loslösen, dann können auch die bisher mit sinnfreier WALDVERJÜNGUNG geschundenen Waldgebiete sich erholen und die Weisstanne gedeihen.

Jetzt im Nadelwaldsterben 2.0, wo die Fichten und Kiefern Lieder von "morituri te salutant" singen, fängt man oh Wunder notgedrungen an, über die Weisstanne zu reden - immerhin. Den hier und da vereinzelt vorkommenden Weisstannen in Lindenfels geht es übrigens prächtig.

Der ehrenwerte Förster Dr. Georg Meister über die Weißtanne seit Jahrzehnten:
https://www.bauernjaeger.de/2016/11/die-tanne-als-hoffnungstraeger-im-k…
https://www.lwf.bayern.de/waldbau-bergwald/waldbau/064310/index.php?lay…

Weitere Nachhilfe-Lektionen für Hessen-Forst und das Forstamt in Lampertheim:
https://www.fff-odenwald.de/ehrenwerte-f%C3%B6rster/

Die ehrenwerten Förster der alten Prägung haben gesprochen - es ist alles gesagt.

Waldschadenskategorie
Konflikt-Wald
Schutzgebietstyp
kein Schutzgebiet
Festgestellt am
Di., 05.05.2020
Koordinaten
49.676409, 8.782368,
Lindenfels Kappwald - Weg am Kapp Unterlauf

Ort: Lindenfels
Waldgebiet: Kappwald Weg am Kapp Unterlauf

49.676409, 8.782368